Eine neuentdeckte Emaillescheibenfibel des Typs Andone aus der wikingerzeitlichen Siedlung von Norderbrarup, Kr. Schleswig-Flensburg
Published: Januar 23, 2026 | DOI: https://doi.org/10.26016/offa.2023.B2
Abstract
Die Grabungen im Ortskern von Norderbrarup, Kr. Schleswig-Flensburg, erbrachten Teile einer wikingerzeitlichen Siedlung mit elf Grubenhäusern und einem Langhaus in nur ca. 22 km Entfernung zum Handelsemporium Haithabu im Land Angeln. Die Siedlung liegt in exponierter Lage und nur unweit der heutigen St. Marien-Kirche aus der Zeit um 1200. Bei den Grubenhäusern handelt es sich in der Regel um Bauten mit zwei Firstpfosten und jeweils einer großen Feuerstelle in einem der Grubenhausviertel. Teilweise konnten Wandgräbchen nachgewiesen werden. Zum Fundmaterial gehören neben wikingerzeitlich einheimischer Keramik auch slawische Keramik, Specksteinund Bernsteinfragmente, Schleifsteine, Eisenmesser, z. T. große Eisennägel und eine Bronzenadel. Hacksilber in Form eines arabischen Dirhamstückes und ein Schwertknauf ergänzen das Fundspektrum. Spinnwirtel und ringförmige Webgewichte belegen die Stoffund Textilherstellung innerhalb der Siedlung. Einen besonderen Fund bildet eine seltene Emaillescheibenfibel vom Typ Andone, die erste ihres Typs in Deutschland. Sie fand sich in der Nähe des Langhauses und wurde von einem Detektorgänger im abgebaggerten Abraum entdeckt. Dieser Fibeltyp mit einer zentralen, stilisierten Vogeldarstellung in Seitenansicht und mit einem Zweig im Schnabel ist sowohl in Großbritannien wie auch in Frankreich und dem Ostalpenraum verbreitet und datiert vor allem in das 10. –11. Jahrhundert n. Chr. Insbesondere in den letzten Jahren kam es zu einigen Neufunden durch Detektorgänger.
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